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3. Trierer Petrisberg Ballon Fiesta 2006 PDF Drucken E-Mail

Bericht von Colin Weber und Claude Craft aus Luxemburg zur
3. Trierer Petrisberg Ballon Fiesta 18.-20. August 2006


Nehmen wir’s gleich vorne weg, die 3. Auflage der Trierer Petrisberg Ballonfiesta war  wieder ein großer Erfolg! Wie schon die beiden vorherigen Jahre, hat das Team um Werner Wäschenbach es auch dieses Jahr wieder fertig gebracht eine tolle Veranstaltung in Trier abzuhalten. Mit 3 Fahrten war die diesjährige Ausgabe auch die bisher erfolgreichste, nachdem wir 2004 nur 2 Mal und 2005 nur 1 Mal hatten fahren können.
Seit der ersten Veranstaltung im Jahr 2004 ist es für unseren Luxemburger Verein eine Ehrensache jedes Jahr mit einem Ballon am Luxemburger Turm auf dem Petrisberg in Trier dabei zu sein. Die tolle Atmosphäre, die wunderschöne Landschaft, die gute Kost und die Gastfreundschaft tun dann ihr übriges damit wir ohne Bedenken den Katzensprung über die Mosel wagen.

Schon am Tag vor der Abfahrt, hatten wir Werner Wäschenbach im Luxemburger Radio beim Werben für die Veranstaltung zugehört. Dass sich Werner zu diesem Zeitpunkt des Wetters noch nicht ganz so sicher war, konnte man sehr gut daran erkennen dass er in dieser Sendung vorsichtshalber die volle Verantwortung für des Himmels Launen unserem Vorzeigemeteorologen Claude Sales vom Wetterdienst des Flughafen Luxemburg in die Schuhe schob. Doch dies war die Rechnung ohne den Wirt gemacht, denn wo der Claude das Wetter macht, wird immer gefahren und sei das (Wetter)-Fenster noch so klein.

Gleich am Freitagabend nach Einchecken und General Briefing fiel dann auch schon der Startschuss zur ersten Fahrt, einer Fuchsjagd bei der Leo Ersfeld mit der Katze den Fuchs mimte. Bei frischem Süd-Südwestwind und einigen Anstrengungen beim sportlichen Aufrüsten ging es vom Petrisberg, östlich an Trier vorbei, über die Mosel mit 20 Knoten in Richtung Spangdahlem. Vor allem die Verfolger wurden hier richtig gefordert um dran zu bleiben, während die Piloten und ihre Gäste sich die tolle Aussicht, und die Landung des Fuchses in weiter Ferne, anschauen durften. Bei der butterweichen Landung nach einer Stunde Fahrt hatten wir dann gut 30 km zurückgelegt. Nach langer Rückfahrt und dem Tanken sind wir dann noch mit dem ganzen Team in Trier-Olewig im Kaft-Brauhaus eingekehrt und haben einen gelungenen Ballonabend in einer gemütlichen Runde ausklingen lassen.

Beim Briefing am folgenden Morgen kündigte unser Wetterfrosch dann ideale Flugbedingungen an. Hinter der nächtlichen Kaltfront sollte es aufklaren, und ein leichter Wind aus Südwest mit 5-10 Knoten würde sich einstellen. Kaum am Startplatz angekommen setzte leichter Nieselregen ein und die ursprüngliche Euphorie war bei manchen schnell verflogen. Doch nach kurzem Warten klarte dann doch der Himmel auf, und kaum waren die letzten Tropfen gefallen, schwärmten schon die ersten Crews aus um ihre Ballons startklar zu machen. Dieser Enthusiasmus war irgendwie ansteckend und nach kurzer Bedenkzeit haben auch wir uns zum morgendlichen Start entschieden. Zur Sicherheit haben wir dann doch noch den Meteorologen zu dieser Fahrt eingeladen, und seine spontane Zusage hat uns dann restlos davon überzeugt dass auch er an seine Vorhersage glaubte. Wieder ging es in nord-östlicher Richtung an Trier vorbei, hinunter zur Mosel wo wir erst mal die Vorfahrtsregeln mit einigen Schiffen klären mussten, dann weiter zum Firmengelände der Firma Schroeder in Schweich, und schließlich die Landung nach einer Stunde Fahrt am Flugplatz in Föhren. An diesem Flugplatz rüstet die Firma Schroeder jede neue Hülle zur Kontrolle auf. Haufenweise Reste von weißem Garn zeugen hier am Boden von einer regen Tätigkeit, wir wollen allerdings hoffen, dass es sich hierbei nur um überschüssiges Material handelt... . Am Boden wartete dann auch schon unser Verfolger mit dem ersten Frühstück, und nach dieser willkommenen Stärkung war das Einpacken des Ballons nur noch Formsache.

Wie die meisten Teams, haben auch wir am Samstagnachmittag von der Gelegenheit profitiert bei strahlendem Sonnenschein durch die malerische Einkaufsstadt Trier zu schlendern und deren Terrassenlokale zu testen. Gegen 16:00 war dieses Vergnügen dann jedoch schnell vorbei, denn ohne große Vorwarnung öffneten sich des Himmels Schleusen und entluden die wohl heftigsten Schauer des ganzen Sommers über Trier. Dies ließ uns nichts Gutes für die Abendfahrt ahnen. Nichts desto trotz fanden sich alle Piloten am frühen Abend wieder zum Briefing auf dem Petrisberg ein. Während es draußen immer noch tropfte, wurde das Briefing wie bei allen großen Wettbewerben im Viertelstunden-Takt immer wieder verschoben. Zur gleichen Zeit versank Meteorolge Claude Sales wieder hinter seinen Computerschirmen und ließ nicht locker bis er endlich sein berühmtes Fenster gefunden hatte. Den ungläubigen Piloten verkündete er, dass in kürzester Zeit der Regen aufhören werde und eine 3-stündige Wetterberuhigung die Abendfahrt doch noch möglich machen würde. Und in der Tat, wie schon am Morgen klarte kurz darauf der Himmel auf, und rund 20 Piloten entschieden sich zur Fahrt. Für die Zuschauer war somit die Show gerettet, und auch das Thomapyrin Luftschiff drehte noch eine Platzrunde. Neben den Ballons die am Platz starteten, gab es auch einige, die sich für das Fly-In am Luxemburger Turm entschieden hatten. Unter ihnen auch der Neuling in der deutschen Nationalmannschaft Torsten Mönch, der hier sein ganzes Können unter Beweis stellte und mit einer tollen Zielanfahrt das Publikum begeisterte.

Unser Team hatte sich an diesem Abend dazu entschieden die schneeweiße Hülle nicht neu einzufärben, und deshalb haben wir die Show vom Bierzelt am Startplatz genossen. Obwohl etwas ungewohnt, lässt es sich auch auf diese Weise recht gut bei einer solchen Veranstaltung aushalten. An diesem Punkt wollen wir dann auch die angenehme Gesellschaft der fröhlichen Schroeder-Mannschaft hervorheben, bei denen sich jetzt endlich die Anspannung der vergangenen Tage legte. Das geplante Nachtglühen fiel leider dem Wind zu Opfer, und stattdessen wurde das gemeinsame Abendessen vorgezogen. Unsere lustige Runde endete in erst in den frühen Morgenstunden mit der Sperrstunde der Trierer Bars, wofür wir dann noch am gleichen Morgen bei der Preisüberreichung die Quittung bekamen. Bemängeln kann man hier nur, dass, obwohl wir reichlich beschenkt wurden, und trotz der Anwesenheit der Thomapyrin-Crew, keine Kopfschmerztabletten verteilt wurden. Und so mussten wir dann mit einer schmerzenden Erinnerung aus diesem Jahr, aber auch mit der Vorfreude aufs nächste Jahr, die kurze Heimreise nach Luxemburg antreten.

Colin Weber / Claude Kraft

 

Häufig gestellt Fragen zum Thema 3. Trierer Petrisberg Ballon Fiesta:

1) Was ist eine Fuchsjagd ?

Bei einer Fuchsjagd startet der erste Ballon (Fuchs) in einem zeitlichen Abstand vor den anderen Ballonen. Nach einer festgelegten Fahrtdauer landet der Fuchs, und legt ein Zielkreuz aus, an welches die nachfolgenden Ballone / Piloten möglichst nahe heranzufahren versuchen, um den Marker abzuwerfen.

2) Was ist ein Fly-In ?

Bei einem Fly-In liegt das Zielkreuz auf dem Hauptstartplatz. Bei der 3. Trierer Petrisberg Ballon Fiesta wäre das die Wiese am Luxemburger Turm/Petrisberg. Die Ballonfahrer suchen sich außerhalb, in ca. 5-10 km Entfernung, einen Startplatz von dem aus sie versuchen das Zielkreuz möglichst genau anzufahren. Besonders spannend ist es für die am Hauptstartplatz stehenden Zuschauer die Ballone im „Anflug“ beobachten zu können und vielleicht Wetten abzuschliessen, wer wohl derjenige sein wird, der dem Ziel am nächsten kommen wird. Nicht so einfach, da Ballone nicht gesteuert werden können und nur durch das richtige Einschätzen des Windes der Pilot seinen Ballon zum Ziel bringen kann. Somit trägt auch die Startplatzwahl ganz entscheidend zum Erfolg oder Misserfolg bei.

 3) Was ist ein Marker und was macht man damit ?

Ein Marker ist ein mit einem ca. 100g schweren Sandsäckchen beschwertes ca. 1.5 m langes und 10 cm breites Stoffband, welches vom Piloten zur Zielmarkierung abgeworfen wird. Zur Identifikation ist es mit der Startnummer des betreffenden Ballones versehen.

 

 

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